Was ist vestibuläre Reha?

Schwindel macht Angst! Wenn die Umgebung schwankt und sich alles dreht, einem dabei übel wird, denkt man oft an Schlimmeres wie Schlaganfälle und Tumore. Hier heißt es ruhig bleiben.

Erster und wichtigster Schritt ist die richtige Diagnose. Wenn es kein zentraler Schwindel (Tumore, MS usw.) ist, handelt es sich meist um einen sogenannten peripheren vestibulären Schwindel.

Hier greift die vestibuläre Rehabilitationstherapie (VRT) als einzige wissenschaftlich bewiesene Behandlung bei Schwindel. Die Effektivität ist durch zahlreiche Studien belegt und bei vestibulären Schwindel der absolute Goldstandard.

Eine Form stellt der Lagerungsschwindel (LS) dar. Beim LS fallen kleine Kristalle in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans. In der VRT wird durch Lagerungsproben der betroffene Bogengang ermittelt und ein Befreiungsmanöver durchgeführt. Oft reicht schon eine Behandlung aus und der Schwindel ist weg.

Bei anderen Formen des vestibulären Schwindels trainiert man mit speziellen Übungen das Gleichgewichtsorgan in Verbindung mit dem visuellen und somatosensorischen System. Dies sind die drei Bausteine des Gleichgewichts.

Ablauf der Diagnosefindung

Zuerst wird eine gründliche Anamnese durchgeführt. Einen kleinen Fragenkatalog kann man hier bereits online ausfüllen. Dadurch bekomme ich einen ersten Eindruck, um was für eine Form des Schwindels es sich handeln könnte.

Nach der Anamnese wird der Patient mit einer Reihe von speziellen Tests untersucht. Zunächst soll der zentrale Schwindel ausgeschlossen werden. Bei zentraler Auffälligkeit gehört der Patient für weitere Untersuchungen zu einem Neurologen. Nachdem der zentrale Schwindel ausgeschlossen wurde, wird das periphere, vestibuläre System (das Gleichgewichtsorgan) untersucht. Hierbei wird unterschieden zwischen einem Lagerungsschwindel, einer vestibulären Hypofunktion (Vestibulopathie), einer vestibulären Überempfindlichkeit (vestibuläre Migräne) und dem funktionellen (psychosomatischen oder somatopsychischen) Schwindel.

Es gibt natürlich noch weitere Schwindelformen (z.B. kardiovaskulärer oder orthostatischer Schwindel), die durch andere Fachgruppen weiterbehandelt werden müssen.

Behandlungsplan

Bei einem Lagerungsschwindel erfolgt ein Befreiungsmanöver für den diagnostizierten Bogengang. Das Epley-Manöver für den hinteren Bogen hat bei mehrmaliger Durchführung eine Erfolgsrate von 95%.

Beim Lagerungsschwindel ist zu 90 % der hintere Bogengang betroffen, nur in ganz seltenen Fällen der seitliche. Dafür gibt es ebenfalls zwei Befreiungsmanöver, wenn auch ungleich aufwendiger.

Bei der vestibulären Hypofunktion besteht die Therapie aus individuell für den Patienten entwickelten Gleichgewichtsübungen. Hierbei wird die Funktion der Augen sowie die Blickstabilisation beübt. Viele Übungen finden mit geschlossen Augen statt, um das Gleichgewichtsorgan effektiv zu trainieren. Wenn der Patient Fortschritte macht, werden die Übungen in Bewegung durchgeführt. Hier kommt das somatosensorische System ins Spiel. Mit etwas Geduld und viel Fleiß führt es zu einer Verminderung der Symptome und einer Erhöhung der vestibulären Belastbarkeit.

Lagerungsschwindel

Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV)

Tritt anfallsartig nach einer Veränderung der Körperposition (Umdrehen im Liegen, Hinlegen und Aufstehen) durch Eindringen von kleinen Kristallen (Otolithen) in einen Bogengang auf.

Morbus Menière

Morbus Menière

Morbus Menière zeigt sich durch mehrere Schwindelepisoden. Gekennzeichnet wird er durch ein drehendes Schwindelgefühl mit einer Dauer von 20 Minuten bis zu 12 Stunden. Auch ein Hörverlust ist typisch. Ursache ist eine Volumenerhöhung der Endolymphe im Innenohr. Die vier klassischen Symptome sind Schwindel, Tinnitus, ein Gefühl von Fülle oder Druck in den Ohren und ein schwankendes Hörvermögen.

Altersbedingter Schwindel

Altersbedingter Schwindel

Mit steigendem Lebensalter leiden Menschen häufiger an Schwindel. So berichtet etwa jeder Dritte über 70 Jahren von gelegentlichen Schwindelattacken. Im Alter bauen sich auch die Sinneszellen im Ohr ab. Dies kann zu Schwerhörigkeit und Schwindel führen. Natürlich müssen hier andere Ursachen, z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, neurologische Erkrankung und Nebenwirkungen von Medikamenten, abgeklärt werden.

Krankheitsbilder

Akustikusneurinom

Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom ist eine Geschwulst des Hör- und Gleichgewichtsnervs (achter Hirnnerv). Der Tumor ist gutartig und geht von den Schwannschen Zellen aus, die den Nerv umhüllen.

Neuritis vestibularis

Neuritis vestibularis

Der Nervus vestibularis innerviert das Gleichgewichtsorgan. Bei dieser Form der Erkrankung entzündet sich der Nerv und führt zu starken vestibulären Störungen. Hier ist ein rascher Beginn der vestibulären Therapie der Goldstandard.

Vestibularisparoxysmie

Vestibularisparoxysmie

Hier kommt es zu häufigen Schwindelattacken, die sich meist als Schwank- und Drehschwindel zeigen. Sie dauern nur Sekunden oder Minuten und können zu Stand- und Gangunsicherheit führen. Die Schwindelanfälle können in bestimmten Kopfpositionen ausgelöst werden. Die Ursache ist unklar. Vermutet wird, dass es zu einer Art Kurzschluss zwischen zwei benachbarten Nervenfasern und Gefäßen kommt.

Funktioneller Schwindel (phobischer Schwankschwindel)

Funktioneller Schwindel (phobischer Schwankschwindel)

Die typischen Beschwerden sind Benommenheit, Schwankschwindel, Stand- und Gangunsicherheit sowie Fallneigung. Auslöser können große Menschenansammlungen, enge Räume und Stresssituationen sein. Der funktionelle Schwindel kann eine psychosomatische oder somatopsychische Komponente haben.

Vestibuläre Hypofunktion

Vestibuläre Hypofunktion

Als Folge einer Neuritis vestibularis oder anderer Erkrankungen kann eine vestibuläre Hypofunktion entstehen. Auch zentrale Probleme wie MS, Morbus Parkinson um nur einige zu nennen, führen ebenfalls zu einer Abschwächung des Organs. Leider gibt es auch viele ototoxische Medikamente, die Sinneszellen im Ohr irreversibel beschädigen. Die Betroffenen klagen darüber, dass beim Gehen oder Laufen die Umwelt verschwimmt und das Bild wackelt, als ob man beim Gehen durch eine Handykamera schaut. Zudem kommt es zu einem Schwankschwindel.

Vestibuläre Migräne

Vestibuläre Migräne

Bei dieser speziellen Form von Migräne kommt es zu wiederholten Schwindelepisoden mit Stand- und Gangstörungen. Wie man am Namen erkennt sind auch Kopfschmerzen typisch für diese Erkrankung. So wohl der Schwindel als auch die Kopfschmerzen werden getriggert durch körperlichen und mentalen Stress, Schlafmangel, ungesunde Ernährung und durch vestibuläre Reize (z.B. Sportaktivität mit vielen, schnellen Kopfbewegungen) oder eine lange Autofahrt als Beifahrer.

Posttraumatischer Schwindel

Posttraumatischer Schwindel

Schwindel ist nach Kopf- und Nackenschmerzen die häufigste Komplikation eines Schädelhirntraumas oder Schleudertraumas. Leider werden vestibulären Symptomen und Störungen nach Traumata wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Profil

Kosten

Aufgrund der Komplexität beim Thema Schwindel beläuft sich die Behandlungszeit auf mindestens 30 Minuten.

30 Minuten  / 55 €

Es kann jede Kasse mit eingerechnet werden.

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